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Die Geschichte des Kaffees

Wir genießen jeden Tag unseren Kaffee, ob als Espresso, Cappuccino, Café au Lait oder ganz klassisch schwarz. Aber wo kommt Kaffee denn eigentlich ursprünglich her, seit wann gibt es Kaffee überhaupt?

Wir möchten euch auf eine interessante Zeitreise in die Welt des Kaffees mitnehmen. Ihr könnt dazu ja eine leckere Tasse eures Lieblingskaffees beim Lesen genießen.

Um den Ursprung des Kaffees gibt es etliche Mythen und Geschichten. Als sicher gilt heute aber, dass die Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens das Ursprungsgebiet für die Pflanzengattung Coffea ist. Das äthiopische Hochland gilt als Ursprungsort der Coffea Arabica Bohne. Der Brauch, ein heißes Gebräu aus der Kaffeepflanze zu trinken, wurde dort bereits im 9. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Die Blätter und getrockneten Kirschen der Kaffeepflanze wurden damals ähnlich wie Tee in heißem Wasser aufgegossen und getrunken. Einer Legende nach entdeckte der Hirte Kaldi um das Jahr 850 in Abessinien (heutiges Äthiopien) die Kaffeepflanze, als sich seine Ziegen nach dem Verzehr von kirschenähnlichen Früchten eines Baumes auffällig aufgedreht verhielten und noch nachts herumtollten, ohne müde zu werden. Er teilte seine Entdeckung mit Mönchen, denen die Kirschen beim Verzehr aber zu bitter waren und sie deshalb ins Feuer warfen. Als sich daraufhin ein köstlicher Duft verbreitete, machten die Mönche aus den gerösteten Bohnen einen Aufguss. Die anregende Wirkung werteten sie als ein Geschenk Gottes. So seien die Mönche der Legende nach per Zufall auf die richtige Zubereitung der Kaffeekirsche gestoßen.

Von Äthiopien aus gelangte der Kaffee vermutlich im 14. Jahrhundert durch Sklavenhändler nach Arabien. Aus alten Schriften geht hervor, dass die Jemeniten im Mittel¬alter bereits erste Kaffee¬-Anbau¬flächen betrieben haben. In der Hafen¬stadt Mokka in Jemen entstanden im 14./15. Jahrhundert die ersten größeren Kaffee¬plantagen, die Stadt wurde schnell zu einem der wichtigsten Handelszentren für Kaffee.

Als ab Mitte des 15. Jahrhunderts der Kaffee über die saudi-arabischen Städte Mekka und Medina in die ägyptische Metropole Kairo kam, war dies ein Meilenstein in der Kaffee-Geschichte. Mit der Expansion des Omanischen Reiches ab dem 16. Jahrhundert eroberte der Kaffee Kleinasien, Syrien, Ägypten und das südöstliche Europa.

Der Begriff „Kaffee“ leitet sich vom arabischen „Kahwe“ oder „Qahwah“ ab, was so viel wie Lebens¬kraft oder Stärke bedeutet. Gläubigen Moslems war der Weinkonsum untersagt und somit bot sich ihnen mit der anregenden Wirkung des Kaffees ein Pendant. So entstand auch der Begriff „Wein des Islams“.

Vielerorts eröffneten im Orient ab 1530 erste Kaffeehäuser und jahrelang hielt Arabien, allen voran Jemen, das Monopol des Kaffeehandels. Die arabischen Händler waren aber auch sehr gewiefte Kaufleute: Sie lieferten ihren Handelspartnern nur rohe Bohnen, die sie zuvor mit heißem Wasser übergossen hatten. Dadurch waren diese nicht mehr keimfähig und konnten damit von möglichen Konkurrenten in deren Regionen nicht angebaut werden.

Der Beginn der Kolonialisierung im 17. Jahrhundert beeinflusste auch die Geschichte des Kaffees und beendete das Kaffeemonopol der arabischen Welt. Reisende und Pilger berichteten von dem Getränk und brachten kleine Mengen des Kaffees als Souvenir mit in ihre Heimatländer. Die erste Kaffee-Überlieferung in Europa werden einem Augsburger Mediziner nachgesagt, der schon 1582 durch den Vorderen Orient gereist war.
Durch den Ausbau der Handelswege gelangten schließlich immer größere Mengen von Kaffee in die großen Hafenstädte wie Venedig, London, Amsterdam und Hamburg. Kaffee wurde in diesen Städten schnell zu einem beliebten Getränk der reichen Bürgerschicht.

Holländische und englische Seefahrer haben die Kaffeepflanze auch weltweit in ihren Kolonien verbreitet.

Es eröffneten europaweit immer mehr Kaffeehäuser, Venedig machte 1647 den Anfang. Es folgten London, Wien und Paris. Das erste deutsche Kaffeehaus gab es 1673 in Bremen. Berlin eröffnete erst 1721. Für die Bürger in diesen Städten wurden die Kaffeehäuser zu zentralen Begegnungsstätten und hatten einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Der Siegeszug des Kaffees in Europa war nicht mehr aufzuhalten. Doch der Kaffee war lange Zeit der reichen Oberschicht als Luxusgut vorbehalten. Erst Mitte des 19 Jahrhunderts wurde Kaffee zu einem Getränk für die breite Bevölkerungsschicht durch die allmählich steigende Kaufkraft der Arbeiterschicht. Während es in der adeligen Oberschicht immer noch als elitäres Genussmittel galt, setzten die Arbeiter auf die belebende Wirkung.

Der Kaffeeanbau expandierte rasant und führte schließlich durch die zunehmende Industrialisierung zu einer Massenproduktion vor allem auf Plantagen in Südamerika.

Industrielle Fertigprodukte auf dem Kaffee-Sektor gab es erstmals im 20. Jahrhundert. So wurde zum Beispiel 1901 erstmals löslicher Kaffee in Pulverform angeboten. Vor allem in Kriegszeiten wurde löslicher Kaffee konsumiert, echte Kaffeebohnen wurden zur Mangelware. Man musste mit Kaffee-Ersatz mit dem Namen „Muckefuck“ Vorlieb nehmen. Muckefuck soll sich von dem Wort „Mocca faux“ (falscher Mokka) ableiten. Auch wird vermutet, dass dahinter die rheinischen Begriffe „Mucke“ (brauner Holzwurm) und „fuck“ (faul) stecken. Der Ersatzkaffee schmeckt durch die verwendeten Zichorienwurzeln leicht nach Kaffee und erinnert durch seine Farbe an braune Erde. Die Geschichte von Muckefuck geht schon bis in die Antike zurück und wurde vor allem zu Zeiten von Napoleon wieder gebräuchlich. Dieser Ersatzkaffee kann auch mit Löwenzahn, Dattelkernen, Feigen, Kartoffeln, Eicheln oder Getreidesorten wie Dinkel, Roggen oder Gerste hergestellt werden.

Die ersten Kaffeemaschinen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelt. So gab es mit dem Perkolator ein neues Brühsystem für Kaffee, bestehend aus einem Sieb, einem Behälter für Kaffeepulver und einem Steigrohr. In einer Kanne steigt dabei durch erzeugten Überdruck erhitztes Wasser nach oben und tröpfelt anschließend auf den Kaffee. Um 1889 wurde in Frankreich das Inklusionsverfahren entwickelt. Die gemahlenen Kaffeebohnen kamen dabei in ein Leinensäckchen und wurden in heißem Wasser eingeweicht bis der gewünschte Brühgrad erreicht war.
Kaffee-Geschichte hat auch die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz geschrieben, als sie 1908 den Kaffeefilter erfunden hatte. Nach ihr wurde dann auch der Melitta-Konzern benannt.
Halbautomatische Kaffeemaschinen gibt es seit 200 Jahren, wobei die ersten noch mit Spiritus betrieben worden sind. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es elektrisch betriebene Modelle. Allerdings waren die Geräte seht teuer. Eine elektrische Kaffeemaschine (Perkolator) kostete in den 1930er Jahren das halbe Jahresgehalt eines Arbeiters. Diese Perkolatoren und Vakuumbereiter wurden nach der Patentierung der ersten modernen Filtermaschine mit verbesserter Brühtemperatur im Jahr 1954 schnell vom Markt verdrängt. Der sogenannte Wigomat läutete den Siegeszug der modernen Kaffeemaschinen ein, die allmählich auch für Privathaushalte erschwinglich wurden. Den Durchbruch in den breiten Markt schaffte die Kaffeemaschine dann schließlich in den 1970 er Jahren.

Mit den Jahren wurde Kaffee nach Erdöl zum zweitwichtigsten Handelsprodukt der Welt. Dazu beigetragen haben auch die verschiedenen Zubereitungsarten und inzwischen zahlreichen Kaffee-Variationen. Heute ist der größte Kaffee-Exporteur Brasilien mit einem jährlichen Handelsvolumen von 2,7 Millionen Tonnen. Danach kommt Vietnam mit 1,6 Millionen Tonnen Rohkaffee. Weltweit sind über 25 Millionen Menschen mit Anbau, Verarbeitung und Handel von Kaffee beschäftigt.
Auch in den letzten Jahren hat sich viel in der Kaffeewelt getan. Die Kaffeevielfalt wächst ständig und überrascht mit neuen Produkten und Geschmacksvarianten. Aber auch die Kaffeemaschinen Hersteller entwickeln stets neue Modelle. Heute sind Kaffee-, Pad- und Kapselmaschinen sowie Espresso-Vollautomaten in unseren Haushalten nicht mehr wegzudenken. Die Zubereitung wird immer schneller, leiser und der Kaffee aromatischer. Auch die Kaffeevariationen werden mit Latte Macchiato, Caffe Afogato bis hin zu ausgefallenen Trend-Getränken immer vielfältiger.

Und eine für uns als Bohnenschmiede auch ganz wichtige Entwicklung ist die Einstellung zum Kaffee und seiner Wertschöpfungskette. Der Verbraucher interessiert sich für Nachhaltigkeit und fairen Handel und ist heute bereit, dafür auch mal etwas mehr für seinen Kaffee zu zahlen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kaffeebauern vor Ort liegen dem Kaffeeliebhaber am Herzen. Auch die Herkunft und Zertifizierung spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Mit dem Qualitätsgedanken geht auch das gesteigerte Interesse an der Verarbeitung des Kaffees einher. Die Trommelröstung wie wir sie in der Bohnenschmiede haben, ist heute die bevorzugte Veredelungsmethode. Die Röstung ist heute mehr denn je ein wichtiges und geschätztes Handwerk und nicht mehr nur ein unterschätzter Arbeitsschritt.

Kaffee ist heute zu Recht ein liebgewonnenes Genussmittel und Ausdruck einer wertvollen Lebensqualität. Deshalb sind wir für euch auch weiterhin mit ganzer Leidenschaft „auf der Suche nach der Seele des Kaffees“!

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